1875 Bereits am 6. Februar 1875 befasste sich die Haimarsche
Gemeindeversammlung unter der Leitung des Orts-
vorstehers H. Borsum mit der Bildung einer Freiwilligen
Feuerwehr. Ein Ausschuss mit den Mitgliedern H. Borsum,
Fr. Edler, und Th. Haarstrich stellten fest, dass auf den
Höfen nur acht größtenteils unbrauchbare Feuereimer
vorhanden waren, und dass die alte Feuerspritze, die
schon 1821 erwähnt wurde, trotz vier besoldeter
Spritzenmeister den Dienst nicht mehr versehen konnte.
1877 Am 3. Februar beschloss die Gemeindeversammlung
einstimmig den Kauf einer neuen Spritze auf Kosten der
Gemeinde.
1878 Nach dem Brand am 8. August, bei Trüller, entschloss man
sich zur Eile. Die Firma L. Tidow, Hannover, verkaufte am
4. November der Gemeinde eine preisgekrönte Spritze für
2.100,- RM und nahm die alte Spritze in Zahlung.
Fr. Haarstrich transportierte am 15 November die Spritze
an ihren Bestimmungsort.
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Das Gründungsdatum der vorläufigen Freiwilligen
Feuerwehr Haimar ist der 11. November. In der Gast-
wirtschaft Adolf Haarstrich erschienen 39 interessierte
Männer. Friedrich Buchholz wurde Haimars erster
Feuerwehrhauptmann und August Gott dessen
Stellvertreter.
Am 15. November berief das Kommando eine Corps-
versammlung ein, auf der die Zugführer, die Spritzen-
meister und die Rohrführer gewählt und Abteilungen
gebildet wurden. Am 22. November übergab die Gemeinde
die neue Spritze an die vorläufige Freiwillige Feuerwehr
Haimar zur Nutzung bei Übung und Gefahr. Die Bespannung
wollte die Gemeinde weiterhin übernehmen, und etwaige
Spritzenprämien sollten in die Gemeindekasse fließen.
Am 24. November wandte sich der Ortsvorsteher an die
Gemeinde mit folgendem Aufruf:
Aufruf
In hiesiger Ortschaft hat sich eine freiwillige Feuerwehr
gebildet. Die Zahl der freiwilligen Feuerwehrmänner
beträgt bis jetzt 39 Mann. Jeder rüstige junge Mann sollte
es sich zur Ehre anrechen diesem Corps anzugehören.
Binnen kurzem soll dem Corps die seitens der Gemeinde
Haimar beschafften Feuerwehrspritze öffentlich
übergeben werden, aber zur ersten Einrichtung des Corps
ist Geld erforderlich. Schon ist von den Freiwilligen
gezeichnet, aber es reicht noch nicht. An die Einwohner
von Haimar richtet der Unterzeichnete die Aufforderung
je nach Kraft und Willen zur ersten Einrichtung der
Freiwilligen Feuerwehr Haimar beizusteuern.
Haimar den 24ten November 1878
Als Ortsvorsteher
H. Borsum
Infolge dieses Aufrufs meldeten sich noch drei Freiwillige,
und wenn auch die Geldbeträge nicht reichlich flossen, so
war doch die Einrichtung der Freiwilligen Feuerwehr
gesichert. Zwischen dem Burgdorfer Königlichen Amts-
hauptmann, dem hiesigen Gemeindeausschuss und dessen
Stellvertreter wurden Statuten vereinbart, deren Annahme
am 18. Dezember in einer Versammlung des Gemeinde-
ausschusses erfolgte. Anwesend waren die inzwischen
42 Mitglieder der vorläufigen Freiwilligen Feuerwehr. Sie
erklärten sich vor dem Gemeindeausschuss bereit, die
Freiwillige Feuerwehr zu bilden und die Statuten und das
Dienstreglement als für sie bindend anzuerkennen.
Dies war das Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr
Haimar.
1879 Schon Anfang des Jahres genehmigte die Landdrostei in
Lüneburg die Statuten und das Dienstreglement. Noch im
selben Jahr bildete sich unter dem Musiker Blanke aus
Rethmar ein Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr,
dessen Leitung später Wilhelm Stolte übernahm.
Am 8. Juni feierte die Feuerwehr ihr erstes Stiftungsfest.
Als Gäste waren die Feuerwehren aus Peine, Lehrte und
Burgdorf geladen. Trotz strömenden Regens nahm das Fest
einen glänzenden Verlauf. Die Mitglieder der Freiwilligen
Feuerwehr Haimar sorgten für die Unterkunft der Gäste in
zuvorkommender und kameradschaftlicher Weise.
1883 - In den folgenden Jahren wurde die Feuerwehr sehr stark
1886 beansprucht. So verletzte sich der Kamerad Flohr so stark
bei einem Einsatz, dass er für mehrere Wochen
arbeitsunfähig war. Auf einer der folgenden
Versammlungen wurde die einstimmige Ansicht laut, bei
Feuer im Dorfe nicht die ganze Last und Arbeit der
Freiwilligen Feuerwehr und einigen wenigen Gemeinde-
mitgliedern zu überlassen, während ein großer Teil der
Arbeitskräftigen und Arbeitsfähigen es sich zuhause am
Ofen bequem machten, obwohl ein Feuer im Dorfe
herrschte. Einige dieser Arbeitsfähigen meinten sogar
die Arbeit der Freiwilligen in frage zu stellen, wieder
andere trösteten sich stolz mit der Aussage:
„Wir haben doch eine Feuerwehr“




